September 2019 – Leuchtturm Coaching und Training

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Meckern anstatt loben! Warum Führungskräfte so oft scheitern

Führung muss motivieren, um zu wirken! Schlechte Führung ist Gift für die Motivation der Mitarbeiter.

Vor Kurzem habe ich zwei interessante Gespräche geführt. Der Inhalt hat mich wieder einmal überrascht und – ja auch – sehr irritiert.

Überrascht, weil ich der Meinung war, dass in der heutigen Zeit Führung anders (= besser) gelebt wird. Und irritiert, weil es sich bei den handelnden Personen um langjährige (und vermeintlich erfahrene) Führungskräfte handelte.

Ein selbständiger und sehr erfolgreicher Verkäufer war an Lungenentzündung erkrankt und konnte wochenlang nicht arbeiten. Seine „Krankmeldung“ (sofern dies bei einem Selbständigen überhaupt notwendig ist) wurde anscheinend nicht wahrgenommen. Oder doch? Wer weiß das schon so genau? Auf alle Fälle erreichte ihn nach ein paar Wochen ein Anruf mit der Frage nach der ausbleibenden Produktion. Der Verkäufer war tatsächlich sprachlos über diese „Unverschämtheit“ und Ignoranz seiner Erkrankung. Keine Frage nach dem persönlichen Befinden. Kein Angebot der Unterstützung, weder bei der Bearbeitung der offenen Vorgänge noch bei der Terminierung, um einen „beschleunigten“ Start zu ermöglichen. Wichtig war nur die Zielerfüllung der Führungskraft.

Beim zweiten Gespräch schilderte mir ein Spezialist, dass er an einer Fortbildung teilnimmt. Obwohl die Teilnehmer größtenteils aus dem Süden Deutschlands kommen (=mehrere Teilnehmer aus Bayern und zwei aus Baden-Württemberg) finden die Seminare im Norden statt. Sie beginnen am Montagmorgen um 9 Uhr und enden am Freitag offiziell um 16 Uhr. Die Anreise der Teilnehmer ist somit immer sonntags. Das Seminarende ist am Freitag um 12 Uhr, damit der Seminarleiter noch vor dem Freitag „Feierabend-Verkehr“ rechtzeitig und ohne Stau nach Hause kommt. Mir drängt sich gerade die Frage auf, ob das Seminar auch am Montag um 10 Uhr in den Schulungsräumen der Geschäftsstellen in München oder Nürnberg starten könnte. Damit müsste keiner am Sonntag anreisen und es wären alle Teilnehmer zu einer „normalen“ Uhrzeit am Freitag wieder zu Hause. Die weiteste Anreise hätte der Referent, der „sehr früh“ – nach meinen Recherchen bereits um 7.30 Uhr – mit dem Flugzeug anreisen müsste. Er wohnt übrigens im Norden in der Nähe des Veranstaltungsortes und ist der fachlich Vorgesetzte der Teilnehmer.

Bei beiden Führungskräften gibt es noch einen weiteren Aspekt, der in meinen Gedanken kreist: Auch sie haben eine Führungskraft. Wenn ein Leistungsträger nicht produziert, registriert das der Vorgesetzte der Führungskraft? Wenn Spezialisten immer wieder sonntags zum Seminar anreisen müssen und die Reisekosten das Budget belasten, sind dann die in dieser Branche gebetsmühlenartig verkündeten Kosteneinsparungen in diesen Fällen irrelevant? Das sind nur zwei Randbemerkungen, die mir gerade dazu eingefallen sind.

Auf alle Fälle handelt es sich um ein Kommunikationsthema. Die Stimmung, die Führungskräfte durch ihr Reden verbreiten oder Handeln vermitteln beeinflusst die Arbeit und den Seminarverlauf.

Werden die Ergebnisse der regelmäßig seit 2001 durchgeführten Gallup Studie über den Gallup Engagement Index in Führungskreisen nicht kommuniziert oder vielleicht sogar diskutiert? Der Gallup Engagement Index ist Deutschlands renommierteste und umfangreichste Studie zur Arbeitsplatzqualität. Dabei wird untersucht wie hoch der Grad der emotionalen Bindung von Mitarbeitern an ihren Arbeitgeber ist und damit ihr Engagement und die Motivation bei der Arbeit. Hervorzuheben ist dabei die Auswirkung der emotionalen Mitarbeiterbindung auf die Leistung und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Aktuelle Ergebnisse zum Gallup Engagement Index 2018 finden Sie unter den folgenden Links:

Pressemitteilung Engagement Index 2018
Präsentation zum Engagement Index 2018
Zeitverlauf zum Engagement Index 2001-2018

Was unterscheidet Unternehmen, die am Markt langfristig erfolgreich sind, von den Konkurrenten? Sie haben Führungskräfte, die in der Lage sind, die emotionalen Bedürfnisse der Mitarbeiter zu erfüllen. Diese Führungskräfte motivieren die Mitarbeiter das Beste aus sich herauszuholen und einen wertvollen Beitrag für das Unternehmen zu leisten. Führungskräfte müssen sich bewusst sein, dass sie mit ihrem Verhalten einen direkten und immensen Einfluss auf die Unternehmenskultur haben. Sie erzeugen in ihrem unmittelbaren Arbeitsumfeld die emotionale Bindung der Mitarbeiter.

Sofern Sie als Führungskraft Ihr Team positiv beeinflussen möchten, ist es gut, wenn Sie die möglichen und notwendigen Mittel kennen, die Ihnen dafür zur Verfügung stehen. Ihr kommunikativer „Werkzeugkoffer“ sollte richtig bestückt sein. Erfolgreich führen bedingt eine Auseinandersetzung mit folgenden Fragen:

Wie kommuniziere ich mit Mitarbeitern und Vorgesetzten richtig?

Wie führe ich Gespräche mit Fragearten?

Welche unterschiedlichen Arten von Mitarbeitergesprächen gibt es?

Wie nehme ich Feedback und wie gebe ich Feedback richtig?

Wie erkenne ich Konflikte und wie beseitige ich sie mit Hilfe von professioneller Kommunikation?

Wie hoch ist meine Konfliktkompetenz?

Wie erziele ich durch Einwandbehandlung messbaren Erfolg in Mitarbeitergesprächen, Konferenzen und auch Meetings?

Wie delegiere ich Aufgaben erfolgreich und an wen delegiere ich Aufgaben?

Wie führe ich motivierend nach Motivationstypen?

Wenn Sie der Meinung sind, dass die Antworten auf diese Fragen für Sie und Ihr Team relevant sind, dann informieren Sie sich und lernen worauf es bei professioneller Mitarbeiterführung ankommt. Oder Sie buchen jetzt bei uns ein Seminar für Führungskräfte. Treten Sie mit uns in Kontakt und wir erstellen ein individuelles Konzept für Sie, Ihre Führungskräfte und Ihre Mitarbeiter. Wir arbeiten mit Ihnen zusammen an Ihrer Entwicklung vom Leistungskontrolleur zum Coach für Ihre Mitarbeiter.

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